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Mehr registrierte Straftaten, gesunkene Aufklärungsquote

Weniger Tote und Verletzte auf den Straßen Westbrandenburgs

Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West: „Um die Aufklärungsquote des vergangenen Jahres richtig einordnen zu können, muss man zwei Aspekte näher betrachten: Zum einen haben unsere Kriminalisten 483 Fälle mehr aufklären können und zum anderen sogar erheblich mehr Tatverdächtige ermittelt als im Jahr 2014. Wegen der insgesamt gestiegenen Fallzahlen sank jedoch die Aufklärungsquote, was uns letztendlich natürlich nicht zufrieden stellt.“

Mit diesen Erläuterungen begann der Leiter der Polizeidirektion West heute Vormittag die diesjährige Pressekonferenz und stellte gemeinsam mit dem Leiter der Kriminalpolizei in der Polizeidirektion, Kriminaldirektor Sven Mutschischk, die Kriminalitätslage sowie mit dem Leiter der Verkehrspolizei, dem Ersten Polizeihauptkommissar Gerald Selinger, die Verkehrsunfallbilanz des vergangenen Jahres vor.

Kriminalitätslage: 61.400 Straftaten wurden im Jahr 2015 in der Polizeidirektion West registriert (2014: 57.272). 29.609 Fälle konnten davon aufgeklärt an die Staatsanwaltschaft abgeschlossen werden (2014: 29.126). Die Gesamtaufklärungsquote sank zum Vorjahr auf 48,2 %. (2014: 50,9 %)

Der Anstieg bei den Fallzahlen war unter anderem in den Bereichen des Wohnungseinbruchsdiebstahls (+487), bei Sachbeschädigungen (+732) und bei Diebstählen an und aus Kfz (+376) zu verzeichnen. Auch bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten (Betrügereien, Trickdiebstähle, Enkeltricks, Beförderungserschleichung) waren steigende Fallzahlen registriert worden. Nicht zuletzt machte sich der erhöhte Verfolgungs- und Kontrolldruck bei den Rauschgiftdelikten in der gestiegenen Fallzahl bemerkbar.

Sven Mutschischk: „Wir haben im vergangenen Jahr bei der Rauschgiftkriminalität einen Ermittlungsschwerpunkt gesetzt und mehr hingeschaut sowie mehr kontrolliert. Das macht sich natürlich auch in der Statistik bemerkbar. Bei den gestiegenen Sachbeschädigungsdelikten schlagen insbesondere die vermehrt angezeigten Farbschmierereien zu Buche. Hier wurde bei dem Großereignis der Region, der BUGA 2015, natürlich besonders darauf geachtet, was auch richtig ist.“

Wie auch in den vergangenen Jahren beschäftigen Diebstähle die Polizei in überwiegendem Maße. Mehr als 43,5 % aller registrierten Straftaten waren Diebstahlsdelikte, wobei die Aufklärungsquote bei 22,8 % lag.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg von 1.334 auf 1.821 an, wobei die Aufklärungsquote auf 11,1 Prozent (2014: 17,8) sank. Erfreulich ist es jedoch, dass allein 35,3 Prozent dieser Einbrüche im Versuch stecken blieben. 2014 waren es fast 10% weniger erfolglose Versuche.

Sven Mutschischk: „Auch im letzten Jahr musste Westbrandenburg wieder eine hohe Zahl an Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser verzeichnen. Dank umfangreich durchgeführter Präventionsveranstaltungen konnten wir jedoch die Bevölkerung auf Möglichkeiten von Sicherheitstechnik hinweisen und vielfach auch den `wachsamen Nachbarn` wieder aktivieren, so dass eine Vielzahl der Einbrüche im Versuch stecken blieb. Durch diese Sensibilisierung bekommt die Polizei jetzt auch häufiger Hinweise auf mögliche Ausspähhandlungen.“

Peter Meyritz: „Wir werden unsere vielfältigen Maßnahmen zur Zurückdrängung dieses Kriminalitätsphänomens auch in diesem Jahr fortsetzen. Jeder Einbruch ist eine zerstörte Privatsphäre zu viel und deshalb nicht hinnehmbar. Die Polizeidirektion West ist mit ihrer Berlinnähe und vielen wohlhabenden Städten und Gemeinden im sogenannten Speckgürtel leider auch besonders anziehend für Diebesbanden und Einbrecher. Hier werden wir auch weiterhin gemeinsam mit der Berliner Polizei alles tun, um denen das Handwerk zu legen.“

Ständig im Blickpunkt der Polizei sind die politisch motivierten Straftaten. Dazu zählt die sogenannte „rechts“ bzw. „links“ motivierte Kriminalität. Hier ist ein Anstieg bei den Gesamtzahlen auf 479 Fälle (2014: 464) zu verzeichnen. Hintergrund für diese Zahl und den Anstieg sind vorrangig die große Anzahl der widerstreitenden Versammlungen zum Thema Einwanderung und Asyl sowie Taten gegen Asylunterkünfte.

Die Zahl der rechts motivierten Straftaten stieg von 313 Straftaten im Jahr 2014 auf 395 Taten im Jahr 2015. Die rechts motivierten Gewaltdelikte nahmen ebenfalls zu auf insgesamt 29 Fälle (2014: 16).

Peter Meyritz: „Dass wir bei der Bekämpfung politisch motivierter Straftaten nicht nachlassen dürfen, zeigen die aktuell bekannt gewordenen Hintergründe zu herausragenden Taten des vergangenen Jahres in Nauen. Die Beamten des Staatsschutzdezernates haben, unterstützt von Kriminalisten aus der Region und vom Landeskriminalamt Brandenburg deutlich gemacht, dass auch eine Mauer des Schweigens und der Konspiration letztendlich nicht davor schützt, unentdeckt mit derartigen Taten davon zu kommen. Die Ermittlungen der Ermittlungsgruppe „Sporthalle“ waren zwar sehr zeit- und personalintensiv, sind aber enorm wichtig, als ein deutliches Zeichen, dass wir politisch motivierte Straftaten, sei es von rechts oder von links, nicht tolerieren!“

Im links motivierten Kriminalitätsbereich gab es einen starken Rückgang von 67 Straftaten in 2014 auf 37 Taten in 2015. Dieser Rückgang ist auch bei den politisch links motivierten Gewaltdelikten zu registrieren (2014: 4; 2015: 2).

Als Schwerpunkt für die diesjährige Kriminalitätsbekämpfung nannte der Leiter der Kriminalpolizei die Zurückdrängung der Wohnungseinbruchsdiebstähle an oberster Stelle, gleich neben der Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität. Und natürlich steht die Steigerung der Aufklärungsquote als Zielstellung in allen Kriminalitätsbereichen.

Verkehrsunfallbilanz der Polizeidirektion West mit den Autobahnen

Peter Meyritz: „Erfreulich ist, dass wir im Trend der Vorjahre geblieben sind und das immer weniger Menschen auf Westbrandenburgs Straßen durch Verkehrsunfälle verletzt wurden oder ihr Leben verloren. Trotzdem ist jeder Verkehrstote ein getöteter Mensch zu viel und trotzdem bleiben Rasen, zu geringer Sicherheitsabstand und Alkohol am Steuer Hauptunfallursachen und bleiben somit Kontrollschwerpunkt auch in diesem Jahr!“

Die Gesamtunfallzahlen stiegen entsprechend dem Landestrend leicht an (2014: 24.315; 2015: 25.154).

Auf den Straßen und Autobahnen in Westbrandenburg starben 42 Menschen in Folge von Verkehrsunfällen (2015: 44).

„Diese Entwicklung und der gleichzeitige Rückgang bei den Verletztenzahlen lässt zwei Schlüsse zu: Zum einen, dass viele Autos sicherer geworden sind, aber zum anderen auch, dass wir mit unseren Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen nicht nachlassen dürfen. Durch unsere Kontrollen ist es uns gelungen die Autofahrer hinsichtlich Geschwindigkeitsüberschreitungen zu sensibilisieren. 

Das hat die Folge, dass weniger Personen in Folge von Verkehrsunfällen mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit verletzt worden sind. Um diesen positiven Trend weiterhin fortzusetzen, werden wir auch zukünftig auf Autobahnen, Landstraßen und innerhalb von Ortschaften `blitzen`,“ erläuterte der Leiter der Verkehrspolizei EPHK Gerald Selinger.

Ein Anstieg der Unfallzahlen um fast 12% war unter Beteiligung von Verkehrsteilnehmern der Generation 65+ zu verzeichnen (2014: 4.357; 2015: 4.875).  3.537 (72,5%) dieser Verkehrsunfälle wurden durch Senioren selbst verursacht (2014: 3.119). Hier spielt natürlich auch der wachsende, demografische Anteil in dieser Altersgruppe eine Rolle.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, verursachen bei Unfällen mit Beteiligung von Fahrradfahrern überwiegend Autofahrer (56,1%) diese Unfälle. Die Zahl der bei diesen Fahrradunfällen verletzten und getöteten Personen ging im vergangenen Jahr teils erheblich zurück (Tote 2014: 6; 2015: 2).

Bei den Autobahnunfällen im Westen Brandenburgs (insgesamt fast 200 km), hierzu gehören die gesamte BAB 2, BAB 115 sowie die BAB 9 im Land Brandenburg sowie große Teile der BAB 10, ist ebenfalls ein Rückgang bei den Verletzten (-19,6%) und Getöteten (-2 Todesfälle) festzustellen. Jedoch verloren allein fünf Menschen ihr Leben, weil der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde und drei weitere Menschen verunglückten auf Grund von überhöhter Geschwindigkeit tödlich.

Diese beiden Hauptunfallursachen bleiben somit auch im Jahr 2016 im Fokus der Verkehrsüberwachung. Hinzukommen, angesichts des steigenden LKW-Verkehrs, häufige Kontrollen des Güter- und Schwerlastverkehrs, auch als Anhalte Kontrollen – kündigte Gerald Selinger an.

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